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Beschäftigungsbonus ab 1.7.2017

08.06.2017

Der Beschäftigungsbonus ist eine geplante Maßnahme zur Ankurbelung des Arbeitsmarktes, welche die Förderung der Lohnnebenkosten für neu geschaffene Beschäftigungsverhältnisse vorsieht. Diese wurde bereits im Februar im Ministerrat beschlossen und eine Regierungsvorlage erstellt. Die Richtlinie zur Umsetzung des Beschäftigungsbonus wurde letzte Woche fertig gestellt – die Veröffentlichung dieser wird erwartet. Es ist daher aller Voraussicht nach mit einer Umsetzung der Maßnahmen ab 1.7.2017 zu rechnen.

Förderbare Arbeitsplätze

Grundsätzlich werden zusätzliche Beschäftigungsverhältnisse gefördert, soweit diese der Kommunalsteuerpflicht unterliegen bzw gemäß § 8 KommStG von der Kommunalsteuer befreit sind (zB im Bereich der Gesundheits- und Altenpflege). Es sind sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitbeschäftigungsverhältnisse förderbar.

Das zusätzliche Beschäftigungsverhältnis muss mit einer der folgenden Personen eingegangen werden:

  • einer beim AMS als arbeitslos gemeldeten Person oder
  • einem Abgänger einer österreichischen Bildungseinrichtung oder
  • einer in Österreich bereits beschäftigt gewesenen Person (Jobwechsler) oder
  • einer Person, deren Beschäftigungsverhältnis auf Basis einer Rot-Weiß-Rot Karte begründet wird

Voraussetzungen

  • Um das neue Beschäftigungsverhältnis zu fördern muss die Voraussetzung erfüllt sein, dass es sich dabei um einen neuen (zusätzlich geschaffenen) Arbeitsplatz handelt. Hierfür wird der Beschäftigungsstand zum Zeitpunkt der Antragsstellung mit dem des Vorjahres verglichen. Ein Zuwachs an Beschäftigungsverhältnissen hat zu mindestens um einen zusätzlichen Vollzeitarbeitsplatz zu erfolgen. Wurde ein Unternehmen erst im Laufe der letzten 12 Monate gegründet, wird ein ausgehender Beschäftigungsstand von Null angenommen.
  • Wichtig ist es zu beachten, dass die Beschäftigungsdauer mindestens 6 Monate betragen muss.
  • Eine Förderung kann nur dann erfolgen, wenn weder beim Betriebsstättenfinanzamt noch bei einem Sozialversicherungsträger ein vollstreckbarerer Abgabenrückstand besteht.

Zeitpunkt der Antragsstellung

Die Antragsstellung ist ab 1.7.2017 beim Austria Wirtschaftsservice („aws“) möglich – diese hat grundsätzlich vor Schaffung des ersten zu fördernden zusätzlichen Vollzeitäquivalents zu erfolgen. Da Anträge nur bis zur Ausschöpfung der bewilligten Mittel genehmigt werden, empfiehlt sich eine rasche Antragsstellung.

Förderbare Kosten

Für zusätzliche Beschäftigungsverhältnisse ist die Förderung der Lohnnebenkosten (Dienstgeberbeiträge) von bis zu 50% für einen Zeitraum von drei Jahren geplant. Eine Auszahlung der Förderung erfolgt im Nachhinein (nach Überprüfung der Einhaltung der Förderbedingungen).

Folgende Lohnnebenkosten sollen gemäß Ministerratsbeschluss gefördert werden:

  • Dienstgeberanteil des Krankenversicherungsbeitrages
  • Unfallversicherungsbeitrag
  • Dienstgeberanteil des Pensionsversicherungsbeitrages
  • Dienstgeberanteil des Arbeitslosenversicherungsbeitrages
  • IESG-Zuschlag
  • Wohnbauförderungsbeitrag
  • Mitarbeitervorsorge (BMSVG)
  • Dienstgeberbeitrag zum Familienlastenausgleichsfonds
  • Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag
  • Kommunalsteuer

Die Förderung soll ertragssteuerlich kein steuerbares Einkommen auf Unternehmensebene darstellen. Zugleich sollen die damit in Zusammenhang stehenden Ausgaben trotzdem abzugsfähig bleiben.

Überprüfung der Förderbedingungen

Die Voraussetzungen für die Förderung müssen zum Zeitpunkt der Anmeldung des Dienstnehmers bei der Sozialversicherung erfüllt sein. Das aws kann durch direkten Zugriff die Angaben bei der Sozialversicherung sofort überprüfen.

Kommt es zu einer GPLA-Prüfung (Lohnabgabenprüfung), erfolgt durch das Prüforgan auch ein Abgleich der in der Prüfung erhobenen Daten mit jenen, die dem aws für die Förderung bekannt gegeben wurden. Wird eine Abweichung festgestellt, so wird dies dem aws automatisch gemeldet, wodurch es zu einer Rückforderung des Beschäftigungsbonus kommen kann.

HFP Tipp

Die Veröffentlichung der Durchführungsrichtlinien gilt es zwar noch abzuwarten – dennoch kann mit der Möglichkeit der Antragsstellung ab dem 1.7.2017 gerechnet werden.

Folglich kann es sinnvoll sein mit der Anmeldung neuer Mitarbeiter (für zusätzliche Arbeitsplätze) bis Juli zu warten. Kontaktieren Sie im Zweifelsfall Ihre Ansprechpartner bei HFP – wir beraten Sie gerne!